На войне под наполеоновским орлом. Дневник (1812-1814) и мемуары (1828-1829) вюртембергского обер-лейтенанта Генриха фон Фосслера — страница 30 из 35

wurde den 3. Febr[uar] wieder errichtet, erhielt eine bedeutende Anzahl Mannschaft und Pferde, und marschirte noch am nemlichen Tage in seine Garnison Winnenthal ab, zu der, als das Regiment completirt wurde, die Garnison Waiblingen, und später, statt dieser, Eßlingen, kam. Vom 4. Febr[uar] an wurde täglich exerzirt, und schon zu Ende des Monats fieng man an, in Zügen und Escadrons zu manöuvriren. Die Escadron v[on] Reinhart, bey der ich stand, war anfangs in Winnenthal, wurde aber in den ersten Tagen des März nach Eßlingen verlegt. Die ganze Zeit über, da ich in

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Winnenthal war, lag ich an der Diarrhoe, die ich seit dem Uebergang über die Beresina hatte, krank, und bekam zudem noch mehrere Anfälle von Nervenfieber{512}. Den eifrigen Bemühungen des Herrn Physicus Christmann in Winnenden hatte ich es zu danken, daß mit Ende Februars meine Krankheit ziemlich gehoben{513} war.

März und April 1813.

Zu Ende des März waren die Regimenter in marschfertigem Stand, und den 4. April erhielten die beiden in Eßlingen liegenden Escadrons den Befehl, den 6. April bey Winnenden Kantonirungs-Quartiere zu beziehen, und mit den in Winnenden liegenden Escadrons zusammen zu exerciren. Aber schon am 7. kam der Befehl, an die Grenzen gegen Würzburg in Cantonirungs-Quartiere zu gehen. Wir marschirten den

8. durch Baknang nach Schwäbisch Hall. Bey Sulzbach gaben die Einwohner ein gutes Rafraichissement{514}.

9. nach Nesselbach. R[egiments]-St[ab] Langenburg.

10. durch Langenburg nach Herrnthierbach E[scadrons]-St[ab] Ettenhausen. 2. und 3. Zug Zaisenhausen. (Quartier bey Pfarrer Leube.)

11. Rasttag.

12. nach Spielbach 2. Stunden von Rotenburg an der Tauber,

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Escadrons-Stab Böhmweiler. 2.ter und 3.ter Zug Blohnweiler. (Quartier bey Pfarrer Beck.)

In diesen Quartieren blieben wir bis zum

16. ten dieses Monats. Den 17.ten brachen wir unter Anführung des General-Lieutenants v[on] Franquemont{515}, 2. Cavallerie- und 3. Infanterie- Regimenter stark, auf, marschirten den

17. bis Niederstetten.

18. durch Weikersheim. (Schloß und schöner Garten.) nach Markelsheim. E[scadrons]-St[ab] Elpersheim.

19. durch Mergentheim über die vaterländischen Grenzen nach Lauda, (badisch.)

20. an Bischofsheim und Marienberg (Festung) vorbey durch Würzburg nach Rottendorf. E[scadrons]-St[ab] Westheim. (Quartier bey Frau von Mostricht.) In Würzburg über den Mayn.

21. Rasttag.

22. nach Waigolshausen.

23. Heute meldete ich mich gesund, nachdem ich 16. Tage lang als krank nachgefahren worden war.

Durch Berneck nach Maibach. R[egiments]-St[ab] Poppenhausen.

Zur Uebung der Mannschaft fieng man heute an, Piquets zu geben.

24. durch Lauringen nach Leinach. R[egiments] u[nd] E[scadrons]- St[ab] OberLauringen.

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Das Würzburg'sche hatte durch Einquartirung schon sehr gelitten.

25. an der Festung Königshofen vorbey nach Römhild. (Königl[ich] Sächsisch.) R[egiments]-St[ab] Milz.

26. d[urch] Hildburghausen und Schleussingen nach Breitenbach. R[egiments] -St[ab] Schleussingen.

27. über den Thüringerwald nach Königssee.

28. durch Remta nach Heilsberg.

29. Rasttag. Piquets.

30. Morgens früh durch Kosaken allarmirt. Durch Rudolstadt nach Naschhausen 1/4. Stunde von Orlamünde.

May 1813.

1. durch Kahla und Jena nach Löbstadt R[egiments]-S[tab] Jena. E[scadrons]-St[ab] Zwezen. (Quartier beym Pfarrer. Seine artigen Gäste aus Italien)

2. durch Dornburg und Camburg nach Priesnitz (Quartier machen.)

3. an Naumburg vorbey auf das Schlachtfeld bey Lützen, bey einem abgebrannten Dorfe bivouacquirt.

4. bey Pegau vereinigten wir uns mit dem 4.ten Armeecorps unter General Bertrand{516}, und marschirten bis Lukau, wo wir bivouacquirten.

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5. durch Frohburg und Gaitheyn bis Rochliz. Bivouacq. (Avantgarde. Plänkeleyen.)

6. durch Rochliz bis Tanneberg 1. Stunde von Mittelweyda. Biv[ouacq].

7. durch Mittelweyda, auf das Erzgebürge, durch Haynichen, bis Reichenbach auf der Straße nach Nossen, Bivouacq. Nachmittags bis auf 2. Stunden nach Nossen hin patrouillirt.

8. an Herzogenwalde vorbey rechts von der Straße ab bis Opitz, 2. Stunden von Dresden. Bivouacq.

9. Rasttag. Abends abmarschirt durch Tharand gegen Pirna zu bis Seidan. Bivouacq.

10. nach Pirna, (artiges Städtchen) Reserve Piquet.

11. an der Elbe abwärts durch Dresden über die Elbbrücke, wo Kaiser Napoleon stand, auf der Straße nach Königsbrück vorgerückt bis Lausnitz 1/2. Stunde von Königsbrück. Biv[ouacq] (den ganzen Nachmittag mit den Kosaken geplänkelt. Nachts 9. Uhr wurde das Dorf Lausnitz mit Sturm genommen. Mehrere Todte.)

12. bis Königsbrück vorgerückt, und bivouacquirt. Reserve Piquet. Nachmittags patrouillirte ich 1. Stunde weit auf der Strasse nach Hoyerswerda bis Schmorke.

13. Rasttag. Nachmittags machte ich mit dem Neapolitanischen Oberst- Lieutenant, Herzog v[on] Mirelli{517}, 30. Pferde und etwa

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250. Mann stark eine Patrouille. 2. Stunden weit auf der Straße nach Hoyerswerda bis Schwepniz, ein auf ungefähr 1500. Schritte weit ganz von Wald umgebenes Dorf.

14. Meine Gefangennehmung. Zum General Lanskoi{518}, nach Bernsdorf, 3. Stunden von Kamenz, geführt. Von hier Abends mit der Bagage rückwärts geschickt; weil aber die Strasse nicht mehr sicher war, wieder nach Bernsdorf zurück, wo wir die Nacht über blieben. Tags darauf den

15.ten sollte ich mit dem gleichfalls gefangenen Königl[ich] sächsischen Amts-Hauptmann v[on] Carlowiz und seinem Sekretär Konradi zu Wagen nach Bauzen geschickt werden. Unterwegs mit einem sehr artigen russischen Uhlanen-Oberst im Schloß der Geheimen Räthin v[on] Glass aus Berlin, über Mittag.

(der alte komische Kosaken-Major. Der artige Verwalter.) Nach dem Essen fuhren wir wieder ab, konnten aber die Straße wieder nicht passiren, und giengen deshalb links rückwärts nach Wittichenau, wo wir über Nacht einquartiert wurden.

16. Heute Vormittag giengen wir mit einer Escadron brauner Husaren ab, marschirten links an Bauzen vorbey, und kamen durch das Hauptquartier des Generals von Blücher{519}, dem wir begegneten, und der einige Fragen an mich that, Abends 1/2. Stunde von Bauzen in Steindörfel, dem Hauptquartier des

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Generals Grafen von Wittgenstein{520} an.

17. Abends wurde ich mit einem Transport Gefangener bis Weissenberg geschickt, und von da wieder zurück nach Würschen. (2. Stunden von Bautzen), dem HauptQuartier des Kaisers Alexander. Auf dem Bivouacq eine Wache von Baschkiren{521}.

18. Vormittags wurde ich dem General v[on] Wolzogen{522} vorgeführt. Nachmittags wurde ein desertirter Adjutant-Sous Officier{523}, namens Laudon, (sein wahrer Name ist Mercier) uns zugesellt.

19. Vormittags marschirten wir zu Wagen ab, unter Escorte{524} von 1. Kosaken- 1. Baschkiren Porucznik{525}, 1. Kosaken-Unter-Officier, namens

Danielo, und 20. Baschkiren. Meine Unglücksgefährten waren Hauptmann Fischer vom General-Staab des Generals Bertrand, und der obengenannte Laudon, durch Reichenbach und Görliz. Biv[ouacq]

20. durch Lauban, letzte sächsische Stadt, in ein Dorf 1/2. Stunde von da. Neue Gefährten Lieutenant Colliva und Sous-Lieutenant{526}Rompani vom 1.ten Italienischen Linien-Infanterie-Regiment. (der Baschkiren Offizier vom Kosaken Offizier geprügelt.)

21. durch Naumburg und Bunzlau nach Martinswalde. (Schlesien.)

22. Rasttag. Gestern und heute hörten wir eine starke Kanonade, die heute gegen Abend immer näher kam.{527}

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23. durch Haynau nach Lerchenbronn, 4. Stunden von Haynau. Niederträchtigkeit des Verwalters Jacobi.

24. an Lüben vorbey durch Steinau über die Oder nach Niederkrehlau 1 1/2. Stunden von Steinau. Gestern und heute waren wir in einem ungeheuren Gewühl von Bagage-Wägen der zurückgehenden russischen und preussischen Armee.

25. durch Winzig nach Trachenberg.

26. durch Suhlau nach Militsch. Schöner englischer Garten des Grafen v[on] Malzahn. Letztes schlesisches Quartier.

27. Rasttag.

28. durch Sulomirsz nach Faliszewo. 1. Stunde von Sulomirsz, ein dem Herren v[on] Grumkewicz gehöriges Dorf. Artige Familie des Herrn v[on] Grumkewicz. Barbarey eines russischen Obersten Krukenikow gegen 2. kriegsgefangene Franzosen.

29. nach Ostrow. Schändliche Behandlung des Laudon.

30. durch Kalish nach Malkow, 1/4. Stunde von Kalish