(взляд в небеса/в голубизну),
ein Ferngesicht (далекий лик; das Gesicht – лицо):
das ist die Treue (это верность; treu – верный, преданный),
mehr gibt es nicht,
Treue den Reichen (верность /тем/ царствам; das Reich, die Reiche),
die alles sind (которые являются всем),
Treue dem Zeichen (верность знаку),
wie schnell es rinnt (как быстро он ни тек бы),
ein Tausch, ein Reigen (обмен, хоровод; der Tausch; der Reigen; tauschen – менять),
ein Sagenlicht,
ein Rausch aus Schweigen (опьянение/упоение /или: шум/шелест/ из молчания; der Rausch – опьянение; упоение; /уст./ шум, шелест, сравните: Rausch und Tand – мишура, побрякушки; суета; das Schweigen),
mehr gibt es nicht.
Durch jede Stunde,
durch jedes Wort
blutet die Wunde
der Schöpfung fort,
verwandelnd Erde
und tropft den Seim
ans Herz dem Werde
und kehret heim.
Gab allem Flügel,
was Gott erschuf,
den Skythen die Bügel
dem Hunnen den Huf —
nur nicht fragen,
nur nicht verstehn;
den Himmel tragen,
die weitergehn,
nur diese Stunde
ihr Sagenlicht
und dann die Wunde,
mehr gibt es nicht.
Die Äcker bleichen,
der Hirte rief,
das ist das Zeichen:
tränke dich tief,
den Blick in Bläue,
ein Ferngesicht:
das ist die Treue,
mehr gibt es nicht,
Treue den Reichen,
die alles sind,
Treue dem Zeichen,
wie schnell es rinnt,
ein Tausch, ein Reigen,
ein Sagenlicht,
ein Rausch aus Schweigen,
mehr gibt es nicht.
Bertolt Brecht(1898–1956)
Erinnerung an Marie A
An jenem Tag im blauen Mond September (в тот день, в голубом сентябре-месяце; der Mond – луна, месяц)
Still unter einem jungen Pflaumenbaum (тихо под молодым сливовым деревом; die Pflaume – слива)
Da hielt ich sie (там я держал ее; halten), die stille bleiche Liebe (тихую, бледную возлюбленную: «любовь»)
In meinem Arm (в моих объятиях; der Arm – рука) wie einen holden Traum (как чудный сон/как милое сновидение).
Und über uns im schönen Sommerhimmel (а над нами, в прекрасном летнем небе; der Sommer; der Himmel)
War eine Wolke, die ich lange sah (было облако, которое я долго видел/на которое долго смотрел; sehen)
Sie war sehr weiß (оно было очень белым) und ungeheuer oben (и жутко высоко: «наверху»)
Und als ich aufsah (и когда я посмотрел вверх/поднял взгляд), war sie nimmer da (его уже больше не было; nimmer – больше не /разг./; da – тут; там; dasein – быть тут, иметься, присутствовать).
Seit jenem Tag sind viele, viele Monde (с того дня многие, многие месяцы/луны)
Geschwommen still hinunter und vorbei (уплыли тихо вниз и мимо; schwimmen; hinunter – вниз: «туда-вниз»).
Die Pflaumenbäume sind wohl abgehauen (сливы, пожалуй, срублены; hauen – рубить)
Und fragst du mich (и ты спрашиваешь меня), was mit der Liebe sei (что стало с /той/ любовью/с любимой)?
So sag ich dir (так я скажу тебе): ich kann mich nicht erinnern (я не могу вспомнить)
Und doch, gewiss (и все же, конечно), ich weiß schon, was du meinst (я уж знаю, что ты имеешь в виду).
Doch ihr Gesicht (но ее лицо), das weiß ich wirklich nimmer (его я действительно не помню: «больше не знаю»)
Ich weiß nur mehr (я помню только): ich küsste es dereinst (я целовал его когда-то).
Und auch den Kuss, ich hätt ihn längst vergessen (и поцелуй тоже – я бы давно его забыл; vergessen)
Wenn nicht die Wolke dagewesen wär (если бы не было там/тогда /того/ облака)
Die weiß ich noch (его я еще помню) und werd ich immer wissen (и всегда буду помнить)
Sie war sehr weiß (оно было очень белым) und kam von oben her (и пришло сверху/с высоты).
Die Pflaumenbäume blühn vielleicht noch immer (сливы, возможно, все еще цветут)
Und jene Frau hat jetzt vielleicht das siebte Kind (и у той женщины сейчас, возможно, седьмой ребенок)
Doch jene Wolke blühte nur Minuten (но то облако цвело лишь минуты)
Und als ich aufsah (а когда я поднял взгляд/посмотрел вверх), schwand sie schon im Wind (оно уже исчезло/растаяло на ветру; schwinden – убывать, исчезать; der Wind).
An jenem Tag im blauen Mond September
Still unter einem jungen Pflaumenbaum
Da hielt ich sie, die stille bleiche Liebe
In meinem Arm wie einen holden Traum.
Und über uns im schönen Sommerhimmel
War eine Wolke, die ich lange sah
Sie war sehr weiß und ungeheuer oben
Und als ich aufsah, war sie nimmer da.
Seit jenem Tag sind viele, viele Monde
Geschwommen still hinunter und vorbei.
Die Pflaumenbäume sind wohl abgehauen
Und fragst du mich, was mit der Liebe sei?
So sag ich dir: ich kann mich nicht erinnern
Und doch, gewiss, ich weiß schon, was du meinst.
Doch ihr Gesicht, das weiß ich wirklich nimmer
Ich weiß nur mehr: ich küsste es dereinst.
Und auch den Kuss, ich hätt ihn längst vergessen
Wenn nicht die Wolke dagewesen wär
Die weiß ich noch und werd ich immer wissen
Sie war sehr weiß und kam von oben her.
Die Pflaumenbäume blühn vielleicht noch immer
Und jene Frau hat jetzt vielleicht das siebte Kind
Doch jene Wolke blühte nur Minuten
Und als ich aufsah, schwand sie schon im Wind.
Erich Kästner(1899–1974)
Sachliche Romanze
Als sie einander acht Jahre kannten (когда они друг друга знали = были знакомы друг с другом /уже/ восемь лет; kennen; das Jahr)
(und man darf sagen (и, можно сказать/утверждать) sie kannten sich gut (/что/ они знали друг друга хорошо)),
kam ihre Liebe plötzlich abhanden (их любовь вдруг /куда-то/ пропала/затерялась; abhanden kommen – пропасть, затеряться),
Wie andern Leuten (как у других людей: «другим людям») ein Stock oder Hut (трость или шляпа; die Leute; der Stock; der Hut).
Sie waren traurig (они были грустны), betrugen sich heiter (вели себя/держались весело; sich betragen),
versuchten Küsse (пробовали поцелуи = старались, пытались целоваться; der Kuss), als ob nichts sei (как будто ничего не случилось: «словно ничего не было бы»),
und sahen sich an (и смотрели друг на друга; jemanden ansehen – смотреть на кого-либо) und wussten nicht weiter (и не знали, что делать дальше/были в растерянности: «не знали дальше»; wissen).
Da weinte sie schließlich (тут она наконец заплакала/расплакалась). Und er stand dabei (а он стоял рядом: «при этом»).
Vom Fenster aus (из окна; das Fenster) konnte man Schiffen winken (можно было /по/махать кораблям; das Schiff, die Schiffe).
Er sagt, es wäre schon Viertel nach vier (он говорит, что уже четверть пятого: «четверть после четырех»)
und Zeit (и время = уже пора; die Zeit), irgendwo Kaffee zu trinken (где-нибудь попить кофе).
Nebenan (возле/неподалеку) übte ein Mensch Klavier (кто-то: «один человек» упражнялся на пианино; das Klavíer).
Sie gingen ins kleinste Café am Ort (они отправились в самое маленькое кафе в этом городе/месте; der Ort – место; населенный пункт, городок, местечко; gehen)
und rührten in ihren Tassen (и мешали/размешивали в своих чашках; die Tasse).
Am Abend saßen sie immer noch dort (вечером они все еще сидели там; der Abend; sitzen).
Sie saßen allein (они сидели одни/в одиночестве), und sie sprachen kein Wort (и не говорили ни слова; sprechen)
und konnten es einfach nicht fassen (и просто не могли этого понять/осознать = понять, что же случилось; fassen – хватать; вмещать; постигать, схватывать: ich kann es einfach nicht fassen! – я просто не могу это понять /как так можно, как так получилось/, это уму непостижимо!).
Als sie einander acht Jahre kannten
(und man darf sagen sie kannten sich gut),
kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.
Sie waren traurig, betrugen sich heiter,
versuchten Küsse, als ob nichts sei,
und sahen sich an und wussten nicht weiter.
Da weinte sie schließlich. Und er stand dabei.
Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken.
Er sagt, es wäre schon Viertel nach vier
und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken.